Musterbeispiel berliner testament

Zu Ihrem Nachlass gehört ein schuldenfreies Hausgrundstück, das seit mehreren Generationen zur Familie gehört. Ihre beiden Söhne sollen zu gleichen Teilen Ihre Erben werden. Weil einer der beiden aus Gründen der Tradition das Haus der Familie erhalten möchte, ordnen Sie testamentarisch an, dass er das Haus übernehmen soll. Das Hausgrundstück hat einen Verkehrswert von 300.000,00 €, der Gesamtnachlass beträgt 400.000,00 €. Hier muss der traditionsbewusste Bruder den anderen in Höhe von 150.000,00 € auszahlen. Und im Gegenzug muss der Miterbe der Übertragung des Alleineigentums auf seinen Bruder zustimmen. Verfassen Sie Ihr Einzeltestament zu Hause und bewahren es auch dort auf, ist dies mit keinerlei Kosten verbunden. Möchten Sie jedoch ein öffentliches Testament von einem Notar aufsetzen lassen, sind die Kosten abhängig von Ihrem Vermögen. Im Gegenzug erhalten Sie jedoch ein fachmännisches Testament, welches Ihren letzten Willen gemäß Ihrer Vorstellungen vollständig und korrekt beinhaltet. Die typische Anwendung der Vor- und Nacherbschaft ist das Verfassen eines gemeinschaftlichen Testaments.

Die Besonderheit des Ehegattentestaments liegt darin, dass die jeweiligen letztwilligen Verfügungen voneinander abhängen. Der Gesetzgeber nennt dies: Wechselbezügliche Verfügungen. Eine wechselbezügliche Verfügung hat eine unwiderrufliche Bindungswirkung, sobald einer der Partner verstorben ist. Sie können Ihr Vermögen testamentarisch zuwenden, wem Sie wollen. Ihre Eltern haben, soweit sie noch leben, allerdings ein Pflichtteilsrecht. Unter Umständen ist Ihnen die gesetzliche Erbfolge in dieser Situation gerade recht.. Der erste Erbe (Vorerbe) ist in seinen Verfügungsmöglichkeiten über die Erbschaft selbst rechtlich beschränkt. Denn Sinn und Zweck dieser testamentarischen Gestaltung ist, das zu vererbende Vermögen dem Nacherben zu erhalten.

Wie die Beschränkungen im Einzelnen aussehen und wie man sie modifizieren kann, können Sie unter Alternative 3 nachlesen. Hier geht es zwar um die Vor- und Nacherbschaft im Rahmen eines wechselbezüglichen Ehegattentestaments, die rechtlichen Beschränkungen gelten aber auch für Einzeltestamente. Das gemeinschaftliche Testament unterscheidet sich vor allem dadurch vom Einzeltestament, dass es nur von zwei miteinander verheirateten bzw. in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebenden Personen aufgesetzt werden kann. Die Partner bekommen also zwangsläufig mit, wie der jeweils andere Teil testiert. Außerdem genügt es beim gemeinschaftlichen Testament, wenn einer der Partner das gesamte Testament handschriftlich errichtet und der andere das so errichtete Testament unterschreibt.

No Comments

Comments are closed.